Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN

Die Traditionelle Europäische Naturheilkunde bezeichnet ein eigenständiges Medizinsystem, das die traditionellen Wurzeln der Heilkunde mit 'modernen' Erkenntnissen und Denkmodellen verknüpft. Die Wiege der TEN liegt in der mesopotamischen Kultur (4000 - 3000 v. Chr.). Sie definiert sich weniger durch die angewendeten diagnostisch und therapeutischen Methoden, als durch das zugrunde liegende Denk- und Arbeitsmodell, dessen Grundelemente und charakterisierenden Aspekte im Folgenden dargestellt werden.

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Im Zentrum der TEN steht der Mensch in untrennbarer und existentieller Abhängigkeit von der Natur. Er lebt in ständiger Wechselbeziehungen mit deren Elementen und ist daher in eigenem Interesse für deren Erhalt verantwortlich, weshalb auch ökologische Aspekte in der TEN von Bedeutung sind. 

In jedem biologischen Phänomen, jedem Funktionsablauf und jedem Regulationsprozess sind grundlegende Gesetzmässigkeiten erkennbar, die als "Prinzipien" bezeichnet werden. Die Prinzipienlehre ist das strukturierende Fundament der TEN. 

Eine zentrale Bedeutung haben die Naturelemente Luft, Wasser, Feuer und Erde, die wiederum die Qualitäten warm, kalt, feucht und trocken repräsentieren und die Grundlage für verschiedene Prinzipien stellen. Diese Qualitäten, die auch als humorale Prinzipien bezeichnet werden, haben für das Temperament, die konstitutionelle Situation, die Diagnostik und Beurteilung eines Krankheitsprozesses sowie jede Art von Therapie eine essentielle Bedeutung. Für die Arbeit in der TEN sind diese Kriterien entscheidend - nicht der Name der Krankheit. 

Die TEN vereint verschiedene Grundelemente, die zur Aufrechterhaltung der Gesundheit resp. zur Entstehung von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen:

  • Lebenskraft, welche die elementare Voraussetzung für alle Vitalprozesse des lebendigen Organismus ist
  • Reizanpassung an die Umgebung (Klima, Nahrungsmittel, geistige/kulturelle Impulse, Mikroorganismen, etc.)
  • Temperament (Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker, Melancholiker)
  • Konstitution
  • Lebensführung (Rhythmus, Mass, Selbstverantwortung, Bewegung, Schlaf, Ernährung)

Die TEN geht davon aus, dass Körper, Geist und Seele bestrebt sind gesund zu sein bzw. zu werden. Oft verhindern aber Störfaktoren, dass der Körper den Weg zur Gesundheit und zu einer intakten Regulationsfähigkeit findet. Und hier setzt die TEN an. Es gilt Störfaktoren und eingeschränkte Regulationsebenen mit Hilfe einer ausführlichen Anamnese und Diagnostik zu erfassen. Mit verschiedenen Methoden werden die Störfaktoren beseitigt und die Regulation unterstützt.