Ab- und Ausleitverfahren

Schröpfen ist eine uralte Heilmethode. Man unterscheidet dabei das trockene und das blutige Schröpfen. Diese Verfahren werden durchgeführt um in einer Krankheitssituation ein Gleichgewicht der Säfte zu erzeugen.

Beim trockenen Schröpfen werden Schröpfgläser, in denen mittels einer Flamme ein Vakuum erzeugt wird, auf die zu behandelnde Hautzone gesetzt. Dies erzeugt einerseits lokal eine vermehrte Durchblutung und reflektorisch wird auch das zu behandelnde Organ mittherapiert. 

Die Anwendung beim blutigen Schröpfen erfolgt wie oben beschrieben, aber zusätzlich werden vor dem Schröpfen mit einer Blutlanzette 8-10 kleine Stiche in die Haut unter dem Schröpfglas gemacht. Durch diese wird etwas Blut in das Schröpfglas gezogen. Damit werden lokale Stauungen im Blutsystem abgebaut und wird vor allem bei Beschwerden angewendet, die durch Blutstauung hervorgerufen werden.


Beim Baunscheidtverfahren werden mit einem "Lebenswecker" kleine Löcher in die oberste Hautschicht der zu behandelnden Hautzone gemacht und anschliessend ein spezielles Baunscheidtöl eingerieben. Nach 5- 10 Minuten bilden sich kleine Bläschen (Quaddeln), die Juckreiz und leichtes Brennen erzeugen. Die Quaddeln verschwinden innerhalb einer Stunde wieder. Durch die starke Reizung der Haut werden sowohl die lokale Durchblutung angeregt als auch die Durchblutung der inneren Organe, die mit den behandelten Hautsegmenten reflektorisch verbunden sind. Dadurch können Schmerzen gelindert und innere Organe gestärkt werden.